Große Stromspeicher in Schuby und Bollingstedt geplant

Inzwischen herrscht weitestgehend Einigkeit, dass die Energieversorgung der Zukunft auf erneuerbaren – und damit zu großen Teilen fluktuierenden – Energiequellen aufbauen wird. Bei uns in Schleswig-Holstein ist schon heute vor allem Windenergie oft im Überfluss vorhanden. Es kommt vor, dass Windkraftanlagen abgeregelt werden müssen weil die Energie nicht abgenommen wird und nicht komplett in den Süden geleitet werden kann. Schade um die saubere Energie, die auch dreckigen Kohlestrom hätte ersetzen können. 

Es braucht also Energiespeicher um die Energie in Zeiten höheren Verbrauchs oder geringerer Erzeugung verschieben zu können, um also für einen kurz- bis mittelfristigen Ausgleich zwischen Energiebedarf und -erzeugung zu sorgen. Die günstigste Möglichkeit mit dem höchsten Umwandlungswirkungsgrad ist, Batteriespeicher im großen Maßstab zu bauen.

 
Megaspeicher in Schuby

Gleich zwei solche Projekte plant die Firma ECO STOR in Schuby und in direkter Nachbarschaft in Schuby. Dort werden Großspeicher mit jeweils 103 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Kapazität entstehen. 

Beide Projekte werden in unmittelbarer Nähe eines Umspannwerks entstehen. Es sollen je 64 Containerstationen mit Lithium-Ionen-Batterien und weitere Container mit den nötigen Transformatoren und Wechselrichtern aufgestellt werden.

Beide Speicher sollen an einem typischen Tag zweimal täglich Produktionsüberschüsse aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen speichern und diesen Strom in den morgendlichen und abendlichen Spitzen der Stromnachfrage in das öffentliche Stromnetz zurückspeisen. Rechnerisch kann ein solcher Speicher rund eine halbe Million Haushalte für 2 Stunden morgens und abends mit erneuerbarem Strom versorgen.

Die Speicher werden in Echtzeit an die Marktplätze gekoppelt, an denen Strom angeboten wird. Damit können sie zu Zeiten günstigen Stroms geladen werden und in Zeiten hoher Nachfrage, wenn der Marktstrompreis höher ist, wieder entladen werden. Der Einsatz fossiler Kraftwerke kann so weiter reduziert werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das ist ein wichtiger Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende.

Mit dem Bau in Schuby soll noch im laufenden Jahr begonnen werden. Das Projekt im benachbarten Bollingstedt wird aktuell bereits realisiert und soll bis Mitte 2025 in Betrieb gehen.

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